Warum Chili gesund ist und glücklich macht

Make Salsa not War
Foto: Natalya / Unsplash

Mexikaner mögen’s scharf. Selbst Obst und Süßigkeiten sind vor Chili nicht sicher. Warum nur? Die Antwort ist simpel: weil Chili gut schmeckt, weil Chili gesund ist und weil Chili glücklich macht.

Mexiko ohne Chili? Undenkbar. Ob im Essen, auf Obst oder in Getränken: Mexikaner lieben die feurigen Schoten. Die Schärfegrade reichen dabei von mild bis wild. Die paprikagroßen Chili Poblano, die du etwa mit Käse gefüllt als leckere Chile Relleno auf jedem Markt zu essen bekommst, schmecken nur leicht pikant und sind damit perfekt auch für Chili-Anfänger geeignet. Die berühmten Jalapeños haben schon etwas mehr Feuer und sind besonders beliebt auf Burgern oder Tortas (bitte nicht verwechseln mit Torte!).

Vorsicht geboten ist für europäische Gaumen etwa bei den Habañeros, die vor allem im Yucatán wachsen und typisch für die dortige Küche sind. Die kleinen, knollenartigen Chilis sind etwa 50 Mal schärfer als Jalapeños – hier reichen wenige Tropfen an Salsa, um dir den Schweiß auf die Stirn zu treiben. Gleichzeitig sind sie eine der aromatischsten Chilis und gerade in Form von fruchtigen Salsas mit Mango oder Ananas eine echte Geschmacksexplosion.

Sorgt Chili für mehr Geschmack?

Fragt man Mexikanerinnen und Mexikaner, warum sie immer und überall scharfe Salsa essen, lautet auch deshalb die typische Antwort: Para el sabor! Tatsächlich ist „scharf“ jedoch gar keine Geschmacksrichtung sondern eine Schmerzreaktion des Körpers. Wer sich jemals nach dem Chili Schneiden mit den Fingern an die Augen gefasst hat, weiß, wovon ich spreche. Auch im Mund machen Chilis richtig Alarm an den Schmerz- und Wärmerezeptoren, weshalb unser Gehirn erst einmal jede Menge Schweiß und Speichel zum Abkühlen schickt. Aber: Gleichzeitig werden auch die benachbarten Geschmacksnerven so richtig durchblutet, was sie empfindsamer für den eigentlichen Geschmack macht. Somit stimmt es tatsächlich, dass Chili für mehr Geschmack im Mund sorgen können.

Ist Chili gesund?

Chili aktiviert beim Essen nicht nur die Geschmacksknospen, sondern setzt im Körper eine Vielzahl anderer Reaktionen frei. Dass Chili gesund ist, ist mittlerweile medizinisch gut belegt: Wer es magenmäßig verträgt, tut seinem Körper mit scharfem Essen etwas Gutes. Chili wirkt lindernd bei vielen Gesundheitsproblemen und kann sogar Krankheiten vorbeugen. So enthalten Chilis zahlreiche Vitamine (etwa A, B1 und C), Antioxidantien und stärken das Immunsystem. Außerdem wirkt Chili wie ein natürlicher Blutdrucksenker und Blutverdünner. Damit kann es Blutgerinnsel verhindern und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkten oder Schlaganfällen entgegenwirken. Capsaicin senkt zudem den Cholesterinspiegel und gleich den Blutzuckerspiegel im Blut aus. Chilis sind außerdem entzündungshemmend und sollen sogar Krebs vorbeugen. Wie bei allen „Superfoods“ sei gesagt: Chili alleine kann keine Wunder vollbringen. Aber Fakt ist: Chili ist gesund.

Macht Chili glücklich?

Last but not least: Wer scharf isst, ist unter Umständen auch glücklicher. Die Schmerzempfindung auf der Zunge löst nämlich im Körper einen echten Endorphin-Kick aus. Unser Gehirn feuert Glückshormone in alle Körperregionen. Capsaicin wirkt also wie eine Droge: Es hebt die Stimmung, wenn man so will, wie ein natürliches Antidepressivum. Ob das ein Grund für die mexikanische Lebensfreude und Ausgelassenheit ist, sei dahingestellt. Sicher hingegen ist: Chilis schmecken nicht nur scharf, sie machen auch scharf. Das Capsaicin bringt nämlich nicht nur die Glückshormone in Wallung – sondern auch Libido und Potenz. In diesem Sinne: Make Salsa, not War!

Über Daniel 10 Artikel
Daniel ist Online-Journalist und hat zwei Jahre in Tepoztlán und Mexiko-Stadt gelebt. Seit 2016 wieder zurück in Berlin, aber im Herzen immer noch "Chilango". Schreibt am liebsten über mexikanische Absurditäten des Alltags und inspirierende Menschen in Mexiko.

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